Wohnverbund
Eine Einrichtung der Stiftung der Cellitinnen e.V.

So funktioniert Integration

Nadja Momeni

Hallo, mein Name ist Nadja, ich bin heute 38 Jahre alt.

So richtig krank geworden bin ich schon mit 22 Jahren und wollte es nicht so richtig glauben, als der Arzt mir sagte, dass ich auch u. a. wegen dem Konsum von Alkohol und Drogen jetzt eine Psychose habe. Nach der Krankenhausbehandlung habe ich jedoch zuerst einmal einfach so weitergemacht und dachte mir, so ein Unsinn, ich lasse mir doch mein schönes Partyleben nicht vermiesen.

Sieben Jahre später „knallte“ es dann jedoch so richtig. Ich war total durch den Wind und saß irgendwie ohne Perspektive in einer Klinik. Was jetzt? Nach langem hin und her entschloss ich mich dann dazu, eine qualifizierte Langzeitbehandlung durchzuführen. Nach der Langzeitbehandlung zog ich dann in den Wohnverbund der Marienborn gGmbH ein, da war ich schon 31 Jahre alt, ohne Job und ohne Idee wie es jetzt weitergehen kann.

Zuerst wollte ich es erneut nicht glauben, als die Betreuer aus dem Wohnheim mir sagten, es wird schon ne ziemlich lange Zeit brauchen, bis ich erneut ein selbstständiges Leben führen kann. Gedauert hat es dann zwei Jahre, bis ich es mir selbst erneut zutraute in eine eigene Wohnung mit ambulanter Hilfe umzuziehen. Als ich das mit dem Haushalt wieder fast selbstständig hinbekam, hatte ich das Glück, einen Arbeitsplatz in einem Integrationsbetrieb der Marienborn gGmbH zu erhalten. Hier arbeite ich heute in einem Restaurant als Servicekraft, lebe in meiner eigenen Wohnung und erhalte dort weiter Hilfe durch das ambulant Betreute Wohnen der Marienborn gGmbH.

 

Wenn ich jetzt so zurückblicke, kann ich sagen, das ist zwar nicht das Leben was ich mir irgendwie vorgestellt habe, aber ich bin weitestgehend stabil. Ich habe eine feste Arbeit und wenn ich in Krisen geraten sollte, habe ich Betreuer, die mich gut kennen und die deswegen genau wissen, was wir dann gemeinsam tun müssen, damit ich nicht erneut abrutsche.