Wohnverbund
Eine Einrichtung der Stiftung der Cellitinnen e.V.

So funktioniert Integration

Daniel Moga

Ich bin Daniel Moga. Ich wurde 1975 in Polen geboren und als ich ca. drei Jahre alt war, bin ich mit meinen Eltern nach Deutschland immigriert. In Deutschland bin ich ganz normal zur Schule gegangen und habe nach meinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Maler und Lackierer abgeschlossen. Nach meiner Ausbildung habe ich in unterschiedlichen handwerklichen Berufen gearbeitet und ein ganz normales Leben geführt.

Ende der 2000er Jahre bemerkte ich, dass irgendwas nicht mit mir stimmt. Ich hatte plötzlich Angstgefühle, war total unsicher, habe mich zurückgezogen und schaffte es deswegen kaum noch, meinem Beruf nachzugehen. Als das losging, gelang es mir zwar noch, meine Angst und Unsicherheit mit Drogen abzuschalten, aber irgendwann war dann game over und nichts funktionierte mehr. 2010 entschloss ich mich dann, mir Hilfe in einem psychiatrischen Krankenhaus zu suchen und mich behandeln zu lassen. Nach der Behandlung schlug mir mein Betreuer vor, mir den Wohnverbund Marienborn anzuschauen, was ich damals mit einem mulmigen Gefühl tat. Im Rahmen des Vorstellungstermins wurde mir das Wohnheim Haus Norbert vorgeschlagen und ich dachte mir, wieso Wohnheim, was soll ich schon in nem Wohnheim? Wobei wollen die mir eigentlich helfen, ich bekomme doch alles selber geregelt.

Als ich mich dann doch dazu entschloss in das Wohnheim einzuziehen, fiel mir jedoch schnell auf, was ich alles nicht kann und anders als gedacht, ich auch nicht mehr selbst geregelt bekomme. Und ich kann Euch sagen, ich war ziemlich schockiert. Um es kurz zu machen: Es hat ca. sechs Jahre gedauert, bis das ich im Wohnen, in der Arbeit, in der Freizeit und in dem Zusammenleben mit anderen wieder einen Plan hatte, wie es normal ohne ständige Angst und Unsicherheit läuft.

Heute lebe ich im Betreuten Wohnen, hab ne eigene Wohnung, arbeite im Logistikbereich der Marienborn gGmbH und führe ein ziemlich selbstständiges Leben.